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Die Geburtsstunde des Arbeitsschutzes

Dass gesundheitliche Schäden durch Arbeit entstehen können, ist nichts Neues für die Menschheit. Aber erst ab 1815 mit der Industriellen Revolution wurde es zu einem wichtigen Thema in Deutschland. Denn mit der Industriellen Revolution begannen viele Menschen als Lohnarbeiter in Fabriken zu arbeiten. Die Arbeitsbedingungen waren sehr hart: Kinderarbeit, enge und unhygienische Wohnverhältnisse, Unfälle zum Beispiele durch berstende Dampfkessel und gesundheitliche Probleme waren Alltag. Eine Absicherung für Arbeiter gab es nicht. Hatte ein Arbeiter zum Beispiel einen Arbeitsunfall, verlor er einfach seinen Lohn, was häufig den Ruin für ihn und seine Familie bedeutete. Kein Vergleich zu den Arbeitsbedingungen, die wir heute genießen.

Kein Rekrutenkontingent für das Militär
Bewegung in die Entwicklung des Arbeitsschutzes kam letztendlich durch die Sorge des preußischen Militärs, dass zu viele Kinder durch die Kinderarbeit geschädigt werden, und es nicht genügend Rekruten für das Militär gibt. So kam es 1839 zum ersten deutschen Arbeitsschutzgesetz in Preußen. In diesem wurde Kindern unter 10 Jahren die Arbeit in Fabriken, Berg- und Hüttenwerken verboten; Jugendliche unter 16 Jahren, die nicht einen dreijährigen Schulbesuch nachweisen konnten, durften nur dann in Fabriken arbeiten, wenn sie wenigstens geläufig lesen und einen Anfang im Schreiben gemacht hatten. Außerdem wurde die Arbeitszeit von Jugendlichen auf 10 Stunden beschränkt und Nacht-, Sonn- sowie Feiertagsarbeit für sie verboten. Die Durchsetzung des Gesetzes erwies sich als schwierig. Um die Einhaltung zu kontrollieren, führte man 1853 Fabrikinspektoren ein.

Unternehmen werden verpflichtet, Mitarbeiter zu sichern
In den 1860er Jahren gab es weiter wichtige Entwicklungen. Nach einer Explosion eines Dampfkessels in einer Brauerei in Mannheim, bei dem eine Person ums Leben kam und ein Teil des Gebäudes einstürzte, wurde ein Verein zur Überwachung der Dampfkessel gegründet. Der Zweck des Vereins war zunächst die Sicherung der Produktionsanlagen. Nach und nach entwickelten sich hieraus Normen zum Bau von Dampfkesseln und anderen Anlagen. Ab 1869 wurden Gewerbeunternehmer außerdem verpflichtet, ihre Mitarbeiter gegen Gefahren für Leben und Gesundheit zu sichern.

Erstes Unfallversicherungsgesetz wird erlassen
Nach und nach entstanden die ersten Arbeitervereine und Gewerkschaften. Sie sorgten dafür, dass die Regierung 1883 das erste Gesetz zur Krankenversicherung und 1884 das erste Unfallversicherungsgesetz erließ. Darin wurde die Mitgliedschaft in einer Unfallversicherung, der Berufsgenossenschaft, als verpflichtend festgelegt. Ziel war es sicherzustellen, dass Betriebsunfälle tatsächlich entschädigt werden. Zugleich erhielten die Berufsgenossenschaften das Recht, Unfallverhütungsvorschriften zu erlassen und deren Einhaltung durch eigene Aufsichtsbeamte zu überprüfen. Es war ein Meilenstein in der Geschichte, denn mit diesen Gesetzen war der Grundstein des Arbeitsschutzes in Deutschland gelegt.

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